Verloren, verwandelt, wiederentdeckt. Lost Places in Sachsen-Anhalt gemeinsam sichtbar machen

Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
- Arbeitsstelle -
c/o Franckesche Stiftungen zu Halle
Franckeplatz 1, Haus 24
06110 Halle (Saale)
Tel.: (0345) 21 27 429
Mail: kontakt@hiko-sachsen-anhalt.de
Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
- Arbeitsstelle -
c/o Franckesche Stiftungen zu Halle
Franckeplatz 1, Haus 37
06110 Halle (Saale)

Die 1876 gegründete Historische Kommission für die Provinz Sachsen (ab 1900 auch Anhalt) ist die älteste Gelehrtensozietät ihrer Art in Deutschland.
2026 widmet die Kommission mehrere Veranstaltungen diesem Jubiläum und der eigenen Geschichte. Ein Festakt am 2. Juli in Magdeburg stellt die langjährige Arbeit der Kommission und ihre Bedeutung für die historische Forschung im Land in den Mittelpunkt. Auf einer wissenschaftlichen Tagung am 1. und 2. Oktober in Halle wird die Geschichte der Kommission kritisch aufgearbeitet, zugleich aber über Sachsen-Anhalt hinaus als Meilenstein für die Landesgeschichte der gesamten Bundesrepublik gewürdigt.
Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.
Mit dem Jubiläumsjahr stellt die Historische Kommission nun erstmals eine Liste der Bände ihrer beiden frühen Reihen Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete sowie Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und des Freistaates Anhalt auf ihrer Website bereit und verlinkt vorhandene Digitalisate der einzelnen Bände.
Die Reihe war eine zunächst von den Geschichtlichen Vereinen der Provinz Sachsen und ab 1878 in Gemeinschaft mit der Historischen Kommission für die preußische Provinz Sachsen herausgegebene Publikationsreihe von Urkundenbüchern, Regestenwerken und Quelleneditionen. 1879 übernahm die Historische Kommission die alleinige Herausgeberschaft. 1925 wurde diese Reihe durch die Bände der Neuen Folge abgelöst, die bis 1940 in loser Folge erschien.
Die Liste finden Sie hier und im Menü unter Publikationen.
Dienstag, 21. April 2026, 17 Uhr
OvGU Magdeburg (Gebäude 40, HS 226)
in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
An Flussübergängen entstand häufig eine Infrastruktur als Ausdruck wirtschaftlicher, herrschaftlicher oder gesellschaftlicher Interessen. Auffällig ist jedoch, dass im Verlauf der Zeit unterschiedliche Flussübergänge bevorzugt genutzt wurden. Der Vortrag behandelt vergleichend die infrastrukturelle Entwicklung ausgewählter Flussübergänge an Unstrut und Saale von der Prähistorie bis in die Frühe Neuzeit, um anhand von Furten die Herausbildung einer Verkehrs- und Kulturlandschaft nachzuzeichnen.
2025 war Maria Dengg Stipendiatin des Dietrich-Moderhack-Stipendienprogramms. Im Vortrag präsentiert Sie die Ergebnisse ihrer Untersuchungen.
Abb: Jan Siebrecht (1627 bis ca. 1703), Flusslandschaft mit Brücke und Furt (Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin)
Sachsen und Anhalt. Jahrbuch der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, Band 38/2026
Im Auftrag des Instituts für Landesgeschichte am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, herausgegeben von Michael Hecht, Jan Kellershohn, Margit Scholz, Michael Scholz und Bettina Seyderhelm
Im Jahrbuch „Sachsen und Anhalt“ werden aktuelle Ergebnisse der Landesforschung sowie ein umfangreicher Rezensionsteil veröffentlicht. Den Schwerpunkt des Jahrbuchs bilden die Beiträge der Tagung „Von der Fürstenhistorie zur Landesgeschichte. Historiografische Arbeiten zur Geschichte Anhalts vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert“ (2024). Weitere Themen sind u.a. „Ein Doppelblatt aus dem verschollenen Memorienverzeichnis des Stifts St. Nikolai zu Magdeburg“, „Schloss Augustusburg in Weißenfels als musikhistorischer Ort“, „Stammbücher des 19. Jahrhunderts aus dem von Jena’schen Fräuleinstift in Halle“, „Das Bauhausgebäude in Dessau“, „Repräsentative Druckerzeugnisse der Leunawerke“. Den Band beschließen ein Bericht zum Projekt „Lost Places in Sachsen-Anhalt gemeinsam sichtbar machen“ und Besprechungen von Neuerscheinungen zur Landesgeschichte.
Andreas Pečar/Ingrid Würth (Hg.): Verketzerungsprozesse. Kontinuität und Wandel religiöser Ausgrenzung in der Vormoderne (Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts Bd. 33).
Im Vorfeld des Bauernkriegsgedenkens 2025 wurde auf einer wissenschaftlichen Tagung in Stolberg ein Phänomen in den Blick genommen, das bei der Auseinandersetzung mit Thomas Müntzer und anderen Vertretern der „radikalen Reformation“ eher selten beachtet wird: die „Verketzerung“ dieser Gruppierungen durch die etablierten Wittenberger Reformatoren. Dieses Verfahren, Konkurrenten jeglicher Art durch Häresievorwürfe zu schädigen und in letzter Konsequenz auszuschalten, ist im 16. Jahrhundert jedoch keineswegs neu. Bereits im Mittelalter wurde es in verschiedenen Kontexten zur Anwendung gebracht. In einem epochenübergreifenden Zuschnitt wurde auf der Tagung der Mechanismus der Verketzerungen untersucht, angefangen mit der „Erfindung“ der Katharer im 13. Jahrhundert. Den Schwerpunkt bildete jedoch der mitteldeutsche Raum im Spätmittelalter und im 16. Jahrhundert. Die Beiträge befassten sich mit Häresievorwürfen und deren Instrumentalisierung in sozialen und politischen Konflikten im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, z. B. im städtischen Kontext oder in den Auseinandersetzungen der Reformationszeit mit den Anhängern Müntzers, den Täufern und anderen devianten Gruppierungen. Im Vergleich mit spätmittelalterlichen Vorläufern und späteren frühneuzeitlichen Ausgrenzungsphänomenen wurde bewertet, inwiefern die Ausgrenzungsmechanismen der Wittenberger Reformatoren sich in lange Traditionslinien einbetten lassen oder aber durch besondere Merkmale der Verketzerung hervortreten.
Heiko Brandl/Anke Neugebauer (Hg.): Glas – Steine – Erden. Forschungen zur mitteldeutschen Kunst- und Kulturgeschichte (Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts Bd. 31)
Von der Himmelsscheibe von Nebra bis zu Räumen der Moderne in Zentraleuropa
Der Band präsentiert die Ergebnisse des Studientages „Glas – Steine – Erden“, der 2024 am Steintor-Campus der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) zu Ehren von Prof. Dr. Leonhard Helten veranstaltet wurde. Zehn Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen geben Einblicke in ihre aktuellen Forschungen. Die Themen des opulent bebilderten Bandes sind die Schutzheiligen des Bauhandwerkes in Köln, die Himmelsscheibe von Nebra und der Leonhardskult in Bayern, die Darstellung von Narren auf Grabmälern, die neu entwickelte Bildsprache der Reformation und der damit einhergehende Wandel des Baumeisterbildnisses, mittelalterliche Skulpturen und Paramente des Halberstädter Doms, historische Bauforschung an Dorfkirchen sowie Räume der Moderne in Brno/Tschechien.