Workshop
Das Gedächtnis der Transformation.
Lebensgeschichte und Zeitzeugenschaft in Sachsen-Anhalt
5./6. November 2026
Industrie- und Filmmuseum Wolfen
in Kooperation mit dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt, dem Institut für Landesgeschichte am LDA Sachsen-Anhalt, der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und dem Industrie- und Filmmuseum Wolfen
Anknüpfend an bisherige Forschungen zur Historisierung des Phänomens Zeitzeugenschaft möchte dieser Workshop einen Beitrag zur systematischen Historisierung von Zeitzeugenschaft und Interviewerhebungen in den DDR-Bezirken Halle und Magdeburg und im Land Sachsen-Anhalt leisten.
Es geht darum, einen Überblick über im Land vorliegende lebens- und erfahrungsgeschichtliche Interviewbestände und zur Breite des historischen Phänomens Zeitzeugenschaft in landesgeschichtlicher Perspektive zu erhalten. Zudem soll nach den Entstehungsbedingungen, den Aufnahme-, Aufbereitungs-, Aufbewahrungs- und Nutzungspraktiken gefragt werden. Auch sollen Perspektiven der Sicherung, Aufbereitung und Sekundärnutzung diskutiert werden.
Der Workshop „Das Gedächtnis der Transformation. Lebensgeschichte und Zeitzeugenschaft in Sachsen-Anhalt“ wird organisiert vom Arbeitskreis Zeitgeschichte der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt: Dr. Daniel Bohse, Johanna Hohaus, Dr. Jan Kellershohn, John Palatini, Maik Reichel, Sven Sachenbacher, Dr. Isabell Schmock-Wieczorek und Justus Vesting in Zusammenarbeit mit Oliver Ritter.
Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung bis 25. Oktober 2026 per
DONNERSTAG, 5. NOVEMBER 2026
10.30 Uhr
Begrüßung und Einführung in den Workshop
Andy Grabner, Landrat des Kreises Anhalt-Bitterfeld (angefragt)
Sven Sachenbacher, Industrie- und Filmmuseum Wolfen
Daniel Bohse, Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
11.00 Uhr
Panel 1: Gedächtnis verorten: Institutionen und Projekte
Moderation: Isabell Schmock-Wieczorek (Leipzig/Magdeburg)
Christel Panzig (Wittenberg):
Zeitzeugeninterviews im Haus der Alltagsgeschichte
Birgit Wolf (Naumburg):
Historische Kulturlandschaft und sozialistische Industrialisierung der Landwirtschaft an Saale und Unstrut
Nadine Panteleon (Goslar)/Guido Skirlo (Ummendorf):
Interviewbestände und Zeitzeugenprojekt des Börde-Museums Burg Ummendorf
13.15 Uhr Mittagspause
14.15 Uhr
Panel 2: Gedächtnis zwischen Forschung und Vermittlung
Moderation: Jeannette van Laak (Leipzig)
Katrin Moeller (Halle):
Von der automatisierten Transkription zum vollerschlossenen Interview. Anforderungen und Hilfsmittel für die Langzeitarchivierung und Sekundärnutzung
Wolfram von Scheliha (Magdeburg):
Bestand an Zeitzeugeninterviews, seine Nutzung in der Forschungs- und Bildungsarbeit und Perspektiven einer weiteren Nutzung beim Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Ariane Zabel (Leipzig):
Politische Verfolgung kennt keine Ländergrenzen: Narrativ-biografische Interviews (im Zeitzeugenprojekt der VOS Sachsen) als Quellen für Forschung, Erinnerungsarbeit und Vermittlung
Ron Heckler (Berlin):
Vom Zeitzeugengespräch zum Serious Game? Digitale Zeitzeugenschaft in der Erinnerungskultur zur DDR und Transformationszeit
16.30 Uhr Kaffeepause
17.00 Uhr
Zwischenresümee und Austausch
Moderation: Daniel Bohse (Magdeburg)
17:30 Uhr Führung durch das Industrie- und Filmmuseum Wolfen (Sven Sachenbacher)
FREITAG, 6. NOVEMBER 2026
9:00 Uhr
Panel 3: Arbeit und Biographie
Moderation: Justus Vesting (Halle)
Halina Czikowsky (Merseburg):
Frauenbeschäftigung in den Leunawerken
Ulrike Kalteich (Hohenmölsen):
Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier
Ingrid Stude (Halle):
In der Sowjetunion studiert - Ressource für den beruflichen und persönlichen Lebensweg unter Transformationsbedingungen
Karin Aleksander (Berlin)/Heike Schimkat (Berlin):
Das Interviewprojekt „Frauengedächtnis“ mit Frauenbiografien aus der DDR
11.15 Uhr Kaffeepause
11.45 Uhr
Panel 4: Diktatur, Aufarbeitung und Gedächtnis
Moderation: Johanna Hohaus (Halle)
Klaus Geißler (Marienborn):
Zwischen „Grenzerfahrungen“ und „Grenzalltag“ – Zur Zeitzeugenschaft des DDR-Grenzregimes in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
Anna Skiba (Magdeburg):
Zeitzeugeninterviews und Erinnerungsberichte im Sammlungsbestand des Dokumentationszentrums des Bürgerkomitees Magdeburg
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr
Abschlussdiskussion: Primärquellen und Sekundärnutzung
Jan Kellershohn (Halle), Katrin Moeller (Halle), John Palatini (Halle)

